Möbelindustrie

ZiMit startet in die zweite Runde

„ZiMit startet 2005 in die zweite Runde!“ Dies gaben die ZiMit-Geschäftsführer Dr. Lucas Heumann (Verband der Holzindustrie und Kunststoffverarbeitung Westfalen-Lippe) und Wolfgang Nacke (IG Metall) Ende November 2004 bekannt. An der Pressekonferenz bei der Firma Julius Blum (Herford) nahm Harald Schartau, Minister für Wirtschaft und Arbeit des Landes NRW, teil. Im Mittelpunkt stand die positive Situation der nordrhein-westfälischen Möbelindustrie. An dem erfreulichen Aufwärtstrend hat auch die ZiMit ihren Anteil – die Zukunftsinitiative Möbelindustrie NRW kann in ihrer bisherigen Laufzeit handfeste Projekterfolge vorweisen.

ZiMit blickt mittlerweile auf drei erfolgreiche Jahre . Am 1. Dezember 2001 war die Gemeinschaftsinitiative gestartet – getragen vom Ministerium für Wirtschaft und Arbeit in NRW, den Verbänden der Holz- und Möbelindustrie Westfalen-Lippe und der IG Metall (Bezirk Nordrhein-Westfalen). Erklärtes Ziel der beteiligten Partner war – vor dem Hintergrund veränderter Rahmenbedingungen auf nationalen und internationalen Märkten – die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Möbelindustrie: Unternehmensabläufe effizienter zu gestalten, Exportmärkte zu erschließen, das Qualifikationsniveau zu verbessern und Arbeitsplätze langfristig zu sichern.

ZiMit versteht sich als Initiator und Moderator vielfältiger Maßnahmen für Unternehmen der Möbelbranche in Nordrhein-Westfalen. Im gemeinsamen Handeln von Unternehmen, Arbeitgeberverbänden, IG Metall und der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen wird eine leistungsfähige Servicestruktur für betriebliche Problemlösungen insbesonders mittelständischer Unternehmen etabliert.

Die ZiMit-Fachforen Datenkommunikation und E-Business, Aus- und Weiterbildung, Export und Internationalisierung sowie Unternehmensorganisation und Wissenstransfer bildeten bislang das Kernstück der ZiMit zur Entwicklung und Umsetzung branchenbezogener Projekte. In den Fachforen werden Leitideen und
-projekte als Grundlage wirksamer Aktionen in den strategischen Handlungsfeldern entwickelt, diskutiert, geprüft und begleitet.

Datenkommunikation und E-Business

Das Daten Competence Center e.V. (DCC) in Herford betreut den Bereich Datenkommunikation und E-Business. Seit Beginn der ZiMit konnten bereits viele Branchenprojekte initiiert werden: „E-Business wird von der Branche als strategisches Thema erkannt und durch gemeinschaftliche Projekte getragen“, resümiert Dr. Olaf Plümer, Geschäftsführer des DCC.

Das DCC hat wesentliche Schritte auf dem Weg zu einem vereinfachten und sicheren Datenaustausch entlang der gesamten Prozesskette zwischen Industrie und Handel in der Küchen- und Möbelbranche unternommen. So wird das Projekt „FurniCon“, ein Erfassungs- und Pflegetool für Stammdaten zur Katalogverwaltung, bereits von 20 Anwendern genutzt. Hinter dem Begriff „Clearing Center“ verbirgt sich ein Gemeinschaftsprojekt von Handel, Industrie und Dienstleistern der Branche, das die Vermeidung manueller Tätigkeiten bei der unternehmens-übergreifenden Kommunikation in den Mittelpunkt stellt. Im Zusammenhang mit dem Validierungs- und Zertifizierungskonzept für Stamm- und Bewegungsdaten hat das DCC schließlich „DASI DAQ“ gestartet – zur Erhöhung der Datensicherheit und -qualität.

ZiMit II sieht ab Januar 2005 etliche Erweiterungen der Projekte vor: Neben der Vertiefung der aktuellen Themen geht es um die Integration der Zulieferer sowie die Förderungen der elektronischen Bestellabwicklung in der Küchenmöbelindustrie.

Aus- und Weiterbildung

In der bisherigen Laufzeit konnte ZiMit wichtige Impulse zur Aus- und Weiterbildung anstoßen. So hat das ZiMit-Projekt „QuaMi-Möbel“ unter Leitung des Erich-Gutenberg-Berufskollegs (Bünde) in Kooperation mit dem EU-Programm „Leonardo II“ Auszubildenden der Branche durch ein Auslandspraktikum Erfahrungen im internationalen Kontext ermöglicht.

Das Projekt „BliK – Berufe life im Klassenzimmer“ vermittelt Schülern der Otto-Hahn-Realschule (Herford) per Videokonferenzschaltung zur Ausbildungswerkstatt der Poggenpohl-Möbelwerke realistische Eindrücke aus der Arbeitswelt. Jüngstes Beispiel der Arbeit des Fachforums stellt die Ausbildungsinitiative dar: Vor dem Hintergrund des akuten Mangels haben sich tatkräftige Projektpartner zusammengeschlossen und eine Aktion zur Schaffung zusätzlicher Ausbildungs-plätze ins Leben gerufen. Im Kreis Herford konnten im Oktober und November 2004 knapp 20 Qualifizierungs- und Ausbildungsverträge bei Betrieben der regionalen Holzindustrie vermittelt werden.

Die erfolgreiche Verknüpfung von Hochschule und Industrie stellen die Praxissemester der Fachhochschule Lippe und Höxter unter Beweis: Studierende des Studiengangs Holztechnik erhalten die Möglichkeit, in zahlreichen Betrieben der Branche ingenieurnahe Aufgaben zu bearbeiten und Erfahrungen für die spätere Berufspraxis zu sammeln. Das Projekt „KoBIHOLZ“ bietet eine enge Verzahnung der Berufsausbildung mit dem Ingenieurstudium und bedeutet für die Teilnehmer eine doppelte Qualifikation nach Absolvieren des vierjährigen Programms.

Für die Zukunft haben sich die Verantwortlichen des Fachforums die Förderung von Vertriebskompetenz auf die Fahnen geschrieben. Angesichts der wachsenden Bedeutung von Exportmärkten in den nächsten Jahren hat sich in den mittelständischen Unternehmen ein zusätzlicher Bedarf an kompetenten Beschäftigten herausgebildet. Daher wird ZiMit II ab Januar 2005 den branchenspezifischen Qualifizierungsbedarf analysieren und die Aktivitäten der Unternehmen mittels maßgeschneiderter Angebote unterstützen. Besonderer Wert wird dabei auf die Herausbildung betriebsinterner Weiterbildungsstrukturen gelegt – so erhalten die Unternehmen die Möglichkeit, zielgerichtet Know-how für Zukunftsthemen zu entwickeln.

Export und Internationalisierung

Gemeinsam mit der Herforder Export Marketing Gesellschaft hat die ZiMit wesentliche Grundsteine für ein langfristige Exportstrategie der deutschen Möbelbranche gelegt: Inzwischen wurden vier Dienstleistungszentren eröffnet bzw. initiiert. Die ZiMit ebnet damit den Weg für den Erfolg der nordrhein-westfälischen Möbelindustrie auf Auslandsmärkten. Vor allem kleinen und mittleren Unternehmen wird die Markterschließung erheblich erleichtert. Sie profitieren von der fachlichen Kompetenzbündelung, um erfolgreich auf ausländischen Märkten agieren zu können. Umfassend geschulte Mitarbeiter erbringen vor Ort Leistungen entlang der gesamten Bandbreite des Auslandsgeschäfts: Von der Personalrekrutierung über das Training qualifizierter Vertriebsmitarbeiter bis hin zur Kundenbetreuung.

Das Moskauer Dienstleistungszentrum läuft sei Juli 2002 und repräsentiert zur Zeit zwölf namhafte Unternehmen aus Deutschland. Acht weitere Firmen haben ihr Interesse an einer Teilnahme bekundet. Es konnten bereits einige erfolgreiche Geschäftsanbahnungen zwischen deutschen Möbelherstellern und russischen Händlern erzielt werden. Im Oktober 2002 wurde ein weiteres Dienstleistungszentrum eröffnet: Am Standort Dubai (V.A.E.) stellt es ein Sprungbrett und Kompetenzzentrum für deutsche Möbelhersteller in der Golfregion dar. Die Konzentration liegt auf der Projektabwicklung vor Ort, der Begleitung der Unternehmen von der Abwicklung der Ausschreibung bis zur Auftragsvergabe.

Die Ausweitung der Export-Aktivitäten auf dem amerikanischen Markt – bei solchen Vorhaben steht seit Februar 2004 das Servicecenter in High Point (North Carolina, USA) bereit. Und zu guter Letzt hat ZiMit Ende 2004 das vierte Dienstleistungszentrum initiiert – in Shanghai (China), an einem für die deutsche Möbelindustrie wesentlichen Schlüsselstandort. Auch wenn sich die beiden „Jüngsten“ noch in der Aufbauphase befinden, können voraussichtlich beide 2005 ihren Betrieb in Kooperation mit der Export Marketinggesellschaft aufnehmen.

Auch weiterhin will die ZiMit das Netzwerk globaler Stützpunkte etablieren und ausbauen. Zu den zukünftigen Arbeitsschwerpunkten des Fachforums zählen Qualifizierung und exportbezogene Weiterbildung, verstärkte Präsenz in internationalen Zielregionen, internationales Branchenmarketing sowie Messebeteiligungen mit neuem Gesamtkonzept unter dem Motto „Lifestyle – Made in Germany“ als Ausdruck nationaler Design- und Qualitätskompetenz.

Unternehmensorganisation und Wissenstransfer

Im Bereich Unternehmensorganisation und Wissenstransfer steht das innovative Verbundprojekt PROLOG im Mittelpunkt. Möbelhersteller erhalten Unterstützung bei der Entwicklung konkreter Design- und Kommunikationsstrategien und werden bei der systematischen Produktentwicklung beraten. Dabei dienen die beiden Teilprojekte PROLOGkompass und PROLOGcode unterschiedlichen Kompetenzfeldern: Im Rahmen von PROLOGkompass bietet die Fachhochschule Lippe und Höxter Unterstützung bei der systematischen Produktentwicklung und beim Aufbau eines modernen Innovationsmanagements. Ziel ist es, konkrete Produkte zu initiieren, am Markt einzuführen und zu begleiten, um Kunden-Rückmeldungen direkt in den Entwicklungsprozess einspeisen zu können.

Im Kontext vom PROLOGcode unterstützt die Unternehmerberatung CoinCo (Köln) gemeinsam mit dem Lehrstuhl für systemisches Marketing an der Universität Siegen mittelständische Möbelhersteller bei der Realisierung von Produkt- und Designstrategien. Nach dem erfolgreichen Testdurchlauf wird PROLOG ab 2005 in vielen Unternehmen aktiv. Die Projekterfahrungen und Ergebnisse stehen dann der gesamten Möbelbranche in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung.

„Potenziale sind noch nicht ausgeschöpft!“

Für „ZiMit II“ haben sich die Verantwortlichen viel vorgenommen: Sie wollen sowohl externe als auch interne Partner noch intensiver an den Aktivitäten beteiligen. Das erfolgreich agierende Netzwerk – auch unter Bedingungen geringerer öffentlicher Mittel – soll weiterhin stabilisiert und gestärkt werden. ZiMit II sieht eine Konzentration auf die beiden Schwerpunktthemen Innovation – E-Business, Aus- und Weiterbildung, moderne Unternehmensorganisation – sowie Marketing und Kommunikation vor. Alle Beteiligten sind sich einig: „Die Potenziale der ZiMit sind noch lange nicht ausgeschöpft!

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